Im Podcast von Tim Gabel erzählt der Comedian Salim Samatou, er habe sich 58 Stunden Originalaufnahmen von Hermann Göring aus dem Nürnberger Prozess angehört. Viereinhalb Stunden lang spricht er darüber, was er daraus über Macht, Gesetze und die Gegenwart gelernt hat. In der neuen Folge von Bobs Funkfeuer geht es um eine einfache Frage: Was erfährt man, wenn man Göring so lange zuhört?

Die Aufnahmen gibt es wirklich. Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher wurde vollständig aufgezeichnet, 775 Stunden auf 1.942 Schallplatten. Seit 1950 liegen sie beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag, seit 2020 kann sie jeder online hören.

Bob legt Salims Erzählung neben die Akten. Vieles stimmt: Göring baute 1933 die Gestapo auf, in den ersten Lagern landeten vor allem politische Gegner. An anderen Stellen erzählt Salim Görings eigene Version. Etwa, dass Göring vom Massenmord nichts gewusst habe. Belegt ist, dass er am 31. Juli 1941 den Auftrag an Heydrich zur Vorbereitung der „Gesamtlösung der Judenfrage“ unterschrieb. Das Gericht sprach ihn in allen Anklagepunkten schuldig.

Außerdem in der Folge: wie der Podcast mit eingeblendeten Faktenchecks arbeitet, was im Kreuzverhör wirklich passierte, wer in den 775 Stunden noch zu Wort kommt und warum Salim seine Erzählung als Warnung versteht.


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