1996 sucht Hollywood für den Gerichtsthriller Primal Fear einen jungen Unbekannten. Rund 2.100 Schauspieler werden gesichtet, am Ende kommt Edward Norton über ein offenes Casting zur Rolle. Für seinen ersten Kinofilm gewinnt er den Golden Globe und wird für den Oscar nominiert. Es folgen American History X, Fight Club und Red Dragon.

Gleichzeitig wächst ein Ruf, der ihn bis heute begleitet. Bei American History X streitet Regisseur Tony Kaye mit Studio und Norton um den Schnitt, 2010 erklärt Marvel, Norton nicht erneut als Hulk zu besetzen. Nortons Agent widerspricht damals deutlich, Norton selbst nennt die Begründung später billig. Seitdem heißt es oft, er sei verschwunden.

Die Filmografie erzählt etwas anderes: mehrere Filme mit Wes Anderson, Birdman, Motherless Brooklyn als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller, Glass Onion und die Rolle als Pete Seeger in A Complete Unknown. Dafür bekam er 2025 seine vierte Oscar-Nominierung. Seit 2010 ist er außerdem UN-Sonderbotschafter für biologische Vielfalt.

2026 spielte er in Olivia Wildes The Invite, das Ensemble erhält dafür den Vanguard Award beim Filmfestival in Palm Springs. Seit Ende August steht er für Porto Rico vor der Kamera, als Darsteller und Produzent, an der Seite von Bad Bunny in dessen erster Hauptrolle.

In dieser Wochenend-Folge von Bobs Funkfeuer geht es um einen König ohne Gesicht, einen Regisseur, der lieber Humpty Dumpty heißen wollte, und die Frage, was eigentlich gemeint ist, wenn jemand als verschwunden gilt.



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