Das Centre Pompidou-Metz erstattet Strafanzeige. Wegen einer Banane. Nicht wegen der Kunst – die ist noch da.

Am 30. Mai verschwand aus dem renommierten Centre Pompidou-Metz das wohl meistbeschĂĽtzte Obst der Welt: die Banane aus Maurizio Cattelans Konzeptkunstwerk „Comedian“. Ein Sicherheitsmitarbeiter bemerkte gegen 14 Uhr, dass der „periphere Bestandteil des Werkes“ – also: die Banane – fehlte. Was zurĂĽckblieb: ein einsames StĂĽck Klebeband an einer weiĂźen Wand. Geschätzter Wert des Restes: 5,8 Millionen Euro.

Das Museum reagierte sofort und entschlossen: Es klebte eine neue Banane hin. Dann erstattete es Strafanzeige.

Zur Einordnung: Die Banane wird ohnehin alle drei Tage ausgetauscht, damit sie frisch bleibt. Der eigentliche Wert liegt laut Museum im „Echtheitszertifikat und im Hängeprotokoll“ – die Banane muss exakt 1,72 Meter ĂĽber dem Boden befestigt sein, in einem Winkel von 37 Grad. Welche Banane hängt da, ist vollkommen egal. Hauptsache: schräg.

Die Leidensgeschichte dieser Frucht liest sich wie ein Krimi:

  • 2019: PerformancekĂĽnstler David Datuna isst die Banane auf der Art Basel Miami – er sei „hungrig“ gewesen.
  • 2023: Kunststudent in Seoul schnappt sie sich ebenfalls.
  • 2024: Krypto-Milliardär Justin Sun kauft eine Version fĂĽr 6,2 Millionen Dollar – und verspeist sie danach öffentlich vor Kameras. „Sie schmeckt besser als andere Bananen“, sagt er.
  • 2025: Museumsbesucher in Metz isst sie. Cattelan ist enttäuscht – nicht wegen der Banane, sondern weil der Besucher das Klebeband verschont hat.
  • 2026: Jetzt wird sie gestohlen. Das Museum findet das gar nicht witzig mehr.

Auf die Frage, ob das Werk künftig besser gesichert werde, schwieg das Museum. Verständlich. Was schützt man? Eine Banane, die man eh wegschmeißt? Oder ein Klebeband für 6 Millionen?

Cattelan selbst sagte 2021 ĂĽber „Comedian“: „Es war kein Witz. Es war ein aufrichtiger Kommentar darĂĽber, was wir wertschätzen.“ Nun ja. Wir wertschätzen offenbar: Klebeband, Winkel und Zertifikate. Die Banane darf jeder haben.


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