Es gibt einen Unterschied zwischen links, sozial, progressiv – und autoritärem Denken mit moralischem Anstrich.
Und genau dieser Unterschied verschwimmt immer häufiger im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Ich sage bewusst: vermeintlich links.
Denn vieles von dem, was heute medial geschützt, verharmlost oder wohlwollend eingeordnet wird, hat mit klassischer linker Politik nichts mehr zu tun. Es ist sozialistisch im Ton, autoritär in der Wirkung – und erstaunlich oft journalistisch privilegiert.
Zufall?
Das kann ich beim besten Willen nicht mehr glauben.
Der Fall Frei.Wild – kein Einzelfall, sondern ein Muster
Der Beitrag des ZDF in hallo deutschland über Frei.Wild und Frontmann Philipp Burger ist kein Skandal im juristischen Sinne.
Aber er ist ein Lehrstück.
Denn es existieren zwei Fassungen desselben Beitrags:
- eine längere, ruhigere, erklärende Version
- und die gesendete Fassung, deutlich gekürzt, problematisierend, moralisch gerahmt
Niemand beim ZDF hat Fakten erfunden.
Niemand hat Zitate verfälscht.
Aber:
Es wurde gelenkt.
Und genau das ist der Punkt.
ZDF
Frei.Wild (interne Version)
Framing statt Information
Öffentlich-rechtlicher Journalismus arbeitet heute immer häufiger nach einem klaren Prinzip:
Nicht Was ist relevant?
sondern Was ist akzeptabel?
Das Ergebnis:
- Kritische Personen außerhalb des genehmen Meinungsspektrums werden kontextualisiert, eingehegt, problematisiert
- Politiker oder Akteure, die als „links“, „progressiv“ oder „moralisch richtig“ gelten, werden weicher, verständnisvoller, erklärender dargestellt – selbst dann, wenn sie:
- autoritär argumentieren
- Freiheit einschränken wollen
- Macht zentralisieren
- Kritik delegitimieren
Das ist keine linke Politik.
Das ist Machtpolitik mit moralischer Verpackung.
Warum ich das nicht mehr für Zufall halte
Natürlich wird das ZDF widersprechen.
Natürlich wird man sagen:
- „Wir berichten ausgewogen“
- „Wir ordnen ein“
- „Wir schützen die Demokratie“
Aber Demokratie schützt man nicht, indem man:
- Narrative stabilisiert
- Abweichler markiert
- Diskussionen vorstrukturiert
Je öfter sich dieselben Muster zeigen – bei Musikern, bei Medien, bei politischen Gegnern –, desto unglaubwürdiger wird das Zufallsargument.
Wenn:
- die einen permanent erklären dürfen
- während die anderen permanent erklärt werden
dann ist das keine Vielfalt, sondern Hierarchie.
Der öffentlich-rechtliche Auftrag – theoretisch klar, praktisch entkernt
Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist eindeutig:
- staatsfern
- meinungsplural
- sachlich
- unabhängig
Was wir aber zunehmend sehen, ist:
- eine moralische Leitplanke
- ein enger werdender Meinungskorridor
- ein Journalismus, der nicht mehr ermöglicht, sondern bewertet
Nicht offen.
Nicht ehrlich.
Sondern indirekt – über Tonfall, Gewichtung, Weglassen.
Das ist gefährlicher als offene Zensur.
Denn es wirkt „vernünftig“.
Wie Medien ein Land mitverändern
Medien bilden nicht nur ab – sie formen.
Wenn über Jahre hinweg:
- bestimmte Haltungen normalisiert
- andere dauerhaft problematisiert
- Kritik mit moralischem Makel versehen
wird, dann verändert sich ein Land:
- im Diskurs
- in der Debattenkultur
- im Mut zur offenen Meinung
Das passiert nicht über Nacht.
Es passiert schleichend.
Und genau deshalb ist es so wirksam.
Mein Fazit – klar und ohne Ausflucht
Ich glaube nicht mehr an Zufall.
Ich glaube an institutionelle Richtung.
Nicht gesteuert im Sinne eines Befehls.
Sondern geprägt durch:
- Milieus
- Redaktionskulturen
- moralische Selbstgewissheit
- Angst vor Abweichung
Der öffentlich-rechtliche Auftrag ist damit nicht formell gebrochen,
aber inhaltlich ausgehöhlt.
Und das ist schlimmer.
Denn ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der glaubt, er wisse, welche Meinung gesellschaftlich tragbar ist,
hat seinen Auftrag bereits verloren.
Nicht an rechts.
Nicht an links.
Sondern an Macht durch Deutung.
Meinungsmonopol
Satirisch. Kritisch. Unabhängig.
Nicht gegen Journalismus –
sondern gegen seine Verformung.
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